Kaffee – am besten orientalisch
Von meiner Mutter lernte ich vor 55 Jahren, dass man Filterkaffee nur zweimal aufgiesst und das restliche Wasser besser pur dazu gibt, um nicht zu viele Säuren und sonstige unguten Stoffe aus dem Kaffeepulver zu lösen. Macht das den Kaffee gesünder? In welcher Filterzeit wird wie viel Koffein aus dem Pulver gelöst?
Sylke Trost, Zollikerberg
Antwort
Wie viel Koffein in welcher Filterzeit aus dem Kaffeepulver gelöst wird, kann nicht generell beantwortet werden. Es sind viele Faktoren, die diesen Prozess beeinflussen. Grundsätzlich gilt, dass der Espresso verträglicher ist als ein lange aufgebrühter Filterkaffee. Der Kaffee zu Zeiten Ihrer Mutter war wesentlich säurehaltiger als heutige Sorten, die praktisch alle entsäuert sind. Die Säuren allein machen es also nicht nötig, den Kaffee nur zweimal aufzugiessen.
Ich spüre allerdings einen gewissen Widerspruch: Einerseits möchten Sie nicht «zu viele Säuren und sonstige unguten Stoffe aus dem Kaffeepulver lösen» und möglichst auf Koffein verzichten, andererseits machen Sie aber nicht den logischen Schritt hin zu den auch heute noch weit verbreiteten und gesunden Kaffee-Alternativen auf der Basis von Gerste, Zichorien usw. wie Franck-Aroma, Kathreiner’s Kneipp-Kaffee oder Dr. Vogels Bambu. Die sind nämlich garantiert koffeinfrei.
Falls Sie doch nicht auf Ihren Bohnenkaffee verzichten möchten, gibt es noch eine Möglichkeit, die im Orient vielfach angewandt wird: Dem starken Espresso wird etwas Kardamompulver zugesetzt, wodurch Koffein neutralisiert wird – so behaupten zumindest orientalische Kaffeegeniesser.
Heinz Knieriemen
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