Hartnäckige Winden
Wie kann ich einfach und wirkungsvoll Unkräuter, vor allem Winden, aus meinem Garten entfernen?
Hildegard Gumpp, Konstanz
Antwort
Die Winde ist wohl das hartnäckigste Unkraut, das es gibt. Aus kleinsten Wurzelstücken schlägt sie wieder aus. Sie gehört zu den Stauden. Das bedeutet, dass sie sich im Winter in den Boden zurückzieht, um dann im Frühling wieder neu auszutreiben.
Gerade die biologische Bekämpfung braucht deshalb Geduld. Am besten rupfen Sie die Winden aus, wenn sie kurz vor der Blüte steht. Das entzieht ihr viel Kraft und schwächt sie. Lassen Sie die Winde ja nicht versamen! Das Kraut gehört nicht auf den Kompost, sondern in den Abfallsack. Wenn Sie einen grossen Garten haben, können Sie in einer stillen Ecke einen «Problem-Unkraut-Kompost» anlegen. Decken Sie ihn mit schwarzem Plastik ab, damit sich die Winden nicht mehr ausbreiten können.
Lockern Sie im Herbst mit einer Grabgabel vorsichtig den Boden. Ziehen Sie die Winden mitsamt Wurzeln (sie sehen aus wie Spaghetti) heraus. In den Wurzeln sind die Winterreserven gelagert. Wenn man die Winden im Herbst stört, treiben sie schwächer aus.
Noch etwas Philosophisches zum Unkraut, dem man heute Beikraut sagt: Was heisst denn schon Unkraut? Eine Rose zwischen Veilchen kann auch ein Unkraut sein! Beim Naturgarten gehören Licht und Schatten zusammen. Oder wie es der kleine Prinz so treffend sagt: «Man muss die Dornen aushalten, damit man sich an der Rose erfreuen kann.»
André Töngi, Gärtner und Kompostberater
Kommentare