Blausäure in Mandeln

Anführungszeichen Ich esse täglich zirka 100 Gramm ungesalzene, biologische Mandeln und Nüsse. Nun habe ich gelesen, dass Mandeln im Magen Blausäure bilden und täglich gegessene Nüsse Allergien auslösen können. Was ist da dran? Schlusszeichen Y. Z., Ligerz

Antwort

Zunächst einmal: Mandeln sind überaus gesunde, kalzium- und eisenreiche Kraftpakete. Sie enthalten Vitamin E und gesunde, ungesättigte Fettsäuren. Laut Studien reduzieren sich die Herz-Kreislauf- Erkrankungen durch den täglichen Konsum von Mandeln. Was die Blausäure betrifft, gilt es ganz klar zwischen Süssmandeln und Bittermandeln zu unterscheiden. Bittermandeln sind für den menschlichen Genuss nicht geeignet. Sie enthalten ungefähr drei bis fünf Prozent Amygdalin. Das ist ein cyanogenes Glycosid, von dem während des Verdauungsprozesses die giftige Blausäure und Benzaldehyd abgespalten werden. Beide Verbindungen riechen ähnlich. Die Blausäure ist jedoch hochgiftig.

Isst man ungekochte Bittermandeln, sind diese nicht sehr bekömmlich. Es braucht etwa eine Bittermandel pro Kilo Körpergewicht, um ernsthafte Vergiftungen hervorzurufen. Bei Kindern sind etwa fünf bis zehn Mandeln nötig, um eine tödliche Blausäure-Vergiftung hervorzurufen, bei Erwachsenen etwa 50 bis 60 Stück. Im Normalfall verhindert der unangenehme, äusserst bittere Geschmack den Konsum von so vielen Bittermandeln.

Süssmandeln sind dank jahrhundertelanger Zucht frei von Amygdalin und können bedenkenlos genossen werden. Allerdings liefern auch Süssmandelbäume gelegentlich einzelne bittere Mandeln (bis zu etwa einem Prozent der gesamten Ernte) und manche Mandeln enthalten gerade noch merkliche Mengen des Bitterstoffs.

Allergische Reaktionen hängen nicht unbedingt von der eingenommenen Menge eines Lebensmittels ab. Bei Menschen mit Nussallergien reichen bereits Spuren, um heftige, lebensgefährliche Reaktionen auszulösen. Ein Übermass eines bestimmten Nahrungsmittels löst höchstens ein Unwohlsein oder eine Unverträglichkeit aus. Wenn Sie also Blähungen oder andere Verdauungsprobleme bekommen, können Sie probeweise die Nüsse einmal weglassen. So finden Sie heraus, ob ein Zusammenhang besteht.

Ansonsten geniessen Sie also die Nüsse auch weiterhin. Wenn Sie derart Lust auf dieses Nahrungsmittel haben, dann hat dies seine Richtigkeit. Es kann sein, dass Ihr Körper wirklich nach etwas verlangt, das in den Nüssen enthalten ist. Manchmal nehmen diese Vorlieben plötzlich wieder ab oder werden ersetzt durch eine andere Präferenz.

Sabine Hurni, Drogistin HF und Naturheilpraktikerin mit Fachrichtung Ayurveda und Phytotherapie

Foto: fotolia.com


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